Mobile payment – alles easy?

Smartphone im Mobile Payment © Christoph Plueschke - Fotolia.com

Smartphone im Mobile Payment © Christoph Plueschke - Fotolia.com

Mobile payment – alter Wein in neuen Schläuchen?

Bereits vor einigen Jahren wurde von den Netzbetreibern und der Kreditwirtschaft der Versuch unternommen, mobile payment (auch m-payment) als Alternative zu bestehenden Zahlungsverfahren im Markt zu etablieren. Damals scheiterte dieser erste Anlauf daran, dass die Benutzerführung in den Handys zu umständlich und die Datenübertragung zu langsam war. Mit der flächendeckenden Bereitstellung schneller Datenübertragungen aber vor allem mit der Multifunktionsfähigkeit der neuen Smartphones könnte m-payment eine Renaissance erfahren.

Was ist eigentlich m-payment?

Hier streiten sich die Gelehrten, denn das Thema kann von zwei Seiten beleuchtet werden. Die eine Seite ist die Nutzung des Handys um Leistungen zu erhalten. Dies könnte bspw. der Erwerb von Coupons, Eintrittskarten oder Fahrkarten sein. Im Handy wird die Dienstleistung erworben und entsprechend hinterlegt. Bei Nutzung des Coupons oder der Karte wird diese dann entsprechend ausgelesen. Einige sehen auch schon das Handy im stationären Einzelhandel als Alternative zu herkömmlichen Zahlungsmitteln.
Die andere Variante stellt den eigentlichen Zahlungsvorgang in den Mittelpunkt. Hier bedeutet m-payment, dass bezahlen mit dem Smartphone, wobei auf im Handy hinterlegte Zahlungsanwendungen zurückgegriffen wird. Das Handy als Ersatz für die Kreditkarte. Diese Vision wurde vor einigen Monaten von O2 öffentlich vertreten und das Ende des Plastikgeldes schon prophezeit.

Alles ganz einfach?

Wer das Smartphone zur alternativen Geldbörse machen will, der muss sich heute mit der Kreditkartenwelt auseinandersetzen. Die großen Kartenschemes Visa oder MasterCard haben in den letzten Jahren erhebliche Summen investiert um Kartenzahlungen sicher zu machen. Denn die Kartendaten waren noch vor einigen Jahren ausschließlich auf einem Magnetstreifen untergebracht, dieser konnte sehr einfach kopiert werden und damit eine Kartendublette angefertigt werden. Zusätzlich wurde in immer größerem Umfang Datenklau bei großen Handelsketten oder Kartenverarbeitenden Unternehmen festgestellt. Man reagierte schnell und mittlerweile besitzt die Mehrzahl der ausgegebenen Karten in Europa einen Chip und die Rechenzentren müssen sich hinsichtlich ihrer Datenhaltung von Kartenorganisationen zertifizieren lassen.
Wer jetzt auf die Idee verfällt Kartendaten in das Smartphone zu übertragen, der öffnet neue Sicherheitslücken. Denn m-payment funktioniert hier nur, wenn auch die Karteninhaberdaten im Handy hinterlegt werden. Es muss also zuerst die Frage geklärt werden, wie diese Daten auf sicherem Weg in das Handy gelangen. Die Kreditwirtschaft wird sicherlich nicht den Mobilfunkern diese Aufgabe überlassen, denn die Gefahr, dass im Falle eines Datenlecks der Vertrauensschaden in das System unbeherrschbar wird, ist einfach zu groß. Die Alternative dürften neue von der Kreditwirtschaft zu errichtende Instanzen sein.

Sicher ist sicher

Liegen die Kartendaten einmal im Handy zeigt sich die nächste Hürde. In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass auch I-Phone und Co wunderbare Angriffsflächen für Hacker bieten. Und das organisierte Verbrechen dürfte im Fall von im Handy hinterlegten Kartendaten auch genügend Ideen entwickeln. Es geht also darum, dass die Kartendaten so sicher im Smartphone hinterlegt werden, dass Externe darauf keinen Zugriff haben.

Ist es denn wirklich schneller?

Wie Eingangs schon beschrieben – m-payment ist bei auf dem Handy virtuellen Waren eine interessante Alternative. Jederzeit online, kann der Verbraucher immer dann zuschlagen, wenn ihm interessante Dienstleistungen angeboten werden. Einfach auswählen, zahlen und die virtuelle Karte vorzeigen. Im Einzelhandel an der Kasse wird es da schon etwas schwieriger. Denn hier geht es auch um Geschwindigkeit und man stelle sich in diesem Zusammenhang das folgende Szenario vor: Nachdem die Warenerfassung abgeschlossen ist, wird der Kunde nach dem Zahlungsmittel gefragt. Der holt sein Handy raus, öffnet die Zahlungsapplikation, sucht die passende virtuelle Karte (MasterCard, Visa oder ec Karte), bestätigt den Kauf und hält das Handy an die Kasse. Hier stellt sich die Frage, ob das wirklich bequem sein wird oder nur die Verlagerung eines Zahlvorgangs mit physischem Plastikgeld gegenüber der Zahlung mit der virtuellen Karte.

M-payment wird kommen

Unterstellen wir die Lösung der oben aufgeführten Sicherheitslücken, dann wird m-payment kommen. Es wird uns immer dort das Leben erleichtern, wo Dienstleistungen virtuell erworben werden können, deren Gegenwert in Form bspw. eines Gutscheins, einer Karte oder anderer Contents in das Handy geladen werden. Hier eröffnet sich für den Verbraucher der wahre Nutzen, denn eine gut gemachte Applikation wird eben nicht nur den Kauf, sondern auch den gleichzeitigen Bezahlvorgang abbilden können. Auch darf man davon ausgehen, dass Smartphones mit NFC (near-field Communication) mittelfristig den Zahlungsvorgang beschleunigen. Die Verbreitung dieser Technologie ist allerdings noch im Anfangsstadium. Im stationären Handel werden wir aber weiterhin physische Karten finden. Plastikgeld stirbt nicht – es lebt weiter, mit dem Smartphone und beide haben ihre Berechtigung.

Siehe auch die Artikel
Veröffentlicht in Allgemein, Security Getagged mit:
Ein Kommentar zu “Mobile payment – alles easy?
  1. Janina sagt:

    Ich bin ja sehr gespannt ob mit Google Wallet der Durchbruch für das Mobile Payment ansteht..